Braincell – Mind Over Matters

Mit einiger Verwunderung gestern by Miss T. vernommen, das es eine neue Braincell (Harthouse alter ego von Cari Lekebusch) gibt und diese gleich als klassisch-solides Techno Album mit Sternchen beurteilt. Nach soviel Zeitreise wie die letzten Tage, kamen mir Assoziationen zur ersten Dritten Raum (Mental Modulator), rein von der Klangästhetik und der Stimmung her. Kaum zu glauben, dass das neue Album „mind over matters“ erst gegen Ende November auf Harthouse (einem der Labels der 90er) released wurde. Noch seltsamer, dass Harthouse nicht mehr HH Frankfurt, sondern HH Mannheim heißt. Demnächst dann noch Eye Q Worms oder wie (???).
Jedenfalls ist Lekebuschs Werk eine Techno-Insel inmitten eines riesigen Meeres von Minimal-Produkten, mit ein paar Elektrobäumen. Noch viel besser als die durchweg straighten Technostücke mit trancigen Anleihen sind die drei letzten: endlich wieder Elektro. Erinnert mich an eine Zeit vor 10 Jahren als Sven Väth in der Clubnight noch seine 30-minütigen Elektroeinlagen machte.
Highlights sind für mich die melodiösen Tracks „spinal chord“ und „rotating key“, so wie die future Elektro-Classics „abductions“ und „cognitions“ mit der er die Brücke hin zur „man of many theories“ baut. So kommt Braincell noch ganz knapp vor Ende in die Album-Charts diesen Jahres und zeigt, dass auch heute noch gutes Techno produzierbar ist.