Dachte schon so etwas könne mir nicht mehr passieren, da ich länger nicht mehr auflege und nun auch wieder weiß warum…

In meinen Gö Anfangszeiten spielte ich einmal pro Semester auf einer dieser netten Studentenpartys mit warmen Bier für 1€, schlechter P.A. und sehr launischem Publikum. Während sich Tagedieb den “großen Floor” nahm, um ihn  mit langsamen Indierock zu beschallen, bevorzugte ich den kleinen, um meine Version einer guten Party, bestehend aus Dubstep/Breaks, Hip Hop, Elektro und Techno vom Besten zu geben. Natürlich in studentengerechte Häppchen geteilt und mit steigendem Alkoholpegel immer unstudentischer geworden, so dass ab 2h auch Akufen, Paradroid und Mdslktr die Tanzfläche voll behielten. Das funktionierte und freute mich, dass ich die vollere Tanzfläche hatte. So bin ich auch ein klein wenig stolz drauf, Techno in studentisch-alternativen salonfähig gemacht zu haben, bevor hier der Electro-Hype kam.

Nach ein paar Semestern war dann Pause, bis mich D vor ein paar Wochen fragte, ob ich denn nicht morgen im xvx spielen wolle. Bis auf den kleinen Reiz, den ich immer verspüre, nämlich den zu sehen “ob man´s noch kann”, hatte ich keine Motivation. Da H mich aber gerne in Aktion sehen wollte und ich ihr den Wunsch gerne erfüllt hätte, sagte ich zu. Scharf war ich nicht, da ich neben der Installation von Traktor auch erstmal ein paar virtuelle Plattenkoffer aus überall verstreuten mp3s hätte packen müssen. H weiss aber um meine knapp bemessene Freizeit bescheid und verstand mich. D dann angerufen, um ihm abzusagen, als dieser mir erklärte, dass Tagedieb viel lieber alleine spielen wolle, da er keine Lust auf stündlichen Wechsel habe und ich mich nach ihm richten solle. Dies hieße dann wohl, ich den Anfang, er den Rest. Ist zwar verständlich, dass man lieber länger am Stück auflegt, aber wenns nur einen Floor und zwei Leute gibt, dann sollte man doch - auch mit Rücksicht auf das Publikum, die sich über Abwechslung freuen - fairerweise teilen.

Wäre ich fünf Jahre jünger, hätte ich wohl aus Trotz gespielt und das Publikum entscheiden lassen, wer mehr Menschen zum Tanzen bringt. Da Leute mit Ende zwanzig, die noch nie eine Menge zum Schreien gebracht haben, solche Egoprobleme haben, werde ich nicht verstehen. Da hatte ich schon mit anderen Leuten, die es wirklich raus haben und sich eher was einbilden können, viel weniger Probleme (Danke für die “Am Puls der Zeit”-Zeit). Tröstlich nur, dass auch DJs in höheren Kreisen und höherem Alter noch dieselben Ego-Probleme beklagen (Kleiner Wink an Tanith ;-) ).

(besser: please kill the dj-ego)



3 Responses to “Kindergeburtstag 2008”  

  1. 1 audite

    life is a bitch

  2. 2 pEtEr

    Oh ja, mit solchen Ego-DJs hatte ich auch schon mehrere Erfahrungen gemacht. Das schlimme ist ja meist, dass diese Jungs nix aufm Kasten haben, dafür aber posen wie King Koks. Mit einer der Gründe warum ich mich aus dieser Szene zurückgezogen habe ;)

  3. 3 xi

    xi says : I absolutely agree with this !

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